Inhalt und Zielsetzung

des Digital Calibration Certificate (DCC)

Grundlagen

Der Digitale Kalibrierschein (DCC) beinhaltet alle Informationen, die das papierbasierte Pendant auch enthält. Der DCC erfüllt somit genau wie das papierbasierte Pendant alle Anforderungen aus der ISO/IEC 17025. Darüber hinaus bietet er jedoch die Vorteile, dass er sowohl maschinenlesbar als auch -interpretierbar ist. Maschinenlesbar bedeutet hierbei, dass die Daten aus dem DCC automatisiert in kundenspezifische IT-Systeme eingelesen werden können. Maschineninterpretierbar bedeutet, dass die im DCC übermittelten Daten von IT-Systemen ohne eine vorherige manuelle Verarbeitung oder Ergänzung weiterer Informationen korrekt zugeordnet und verarbeitet werden können. Die Erstellung und Verarbeitung des DCC lässt sich somit hochgradig automatisieren und fügt sich nahtlos in die Prozesse der Industrie 4.0 ein. Auf Kundenwunsch lassen sich mit minimalem Aufwand die Rohdaten der Messungen, Konformitätsaussagen, Bilder von Messaufbauten oder verwendeten Normalen, Datenblätter und viele weitere Informationen einbinden. Durch die Maschinenlesbarkeit und die damit verbundene automatisierte Integration dieser Daten in kundenspezifische IT-Systeme bieten sie dem Kunden einen erheblichen Mehrwert.

Aktuell ist ein allgemeingültiges, formatunabhängiges Schema des digitalen Kalibrierscheins definiert, womit ein DCC für beliebige Messgrößen erstellt werden kann. Bereits jetzt erfüllt der DCC alle technischen Anforderungen, um ihn automatisch erstellen zu können, zusätzliche Informationen einzubinden und ihn für Menschen lesbar ausgeben zu lassen. Bei Bedarf lässt sich der erstellte DCC gegen das DCC-Schema validieren, um eine Aussage darüber zu treffen, ob es alle formalen Anforderungen an einen korrekt erstellten DCC erfüllt. Die aktuelle Version 3.x des DCC-Schemas und damit der erstellten DCCs sind langzeitstabil. Es werden somit auf absehbare Zeit keine Aktualisierungen auftreten, die gravierende Änderungen der bereits erstellten Infrastruktur nach sich ziehen werden.

Um die Maschinenlesbarkeit und -interpretierbarkeit von DCCs bei allen Anwendenden weltweit zu gewährleisten, sind noch Vereinheitlichungen bei der verwendeten Terminologie und der inhaltlichen Zuordnung der einzelnen Informationen zu den einzelnen Blöcken notwendig. Diese Standardisierung erfolgt momentan für die einzelnen Messgrößen in den jeweils relevanten Gruppen auf nationaler und internationaler Ebene.

Die Struktur des DCC wird mittels einer Schema-Datei definiert.

Im DCC-Schema ist u. a. definiert

  • wie die DCC XML-Datei strukturiert ist,
  • welche Einträge vorhanden sind,
  • an welcher Stelle die einzelnen Einträge erfolgen müssen,
  • welche Bezeichnungen bzw. Elemente verwendet werden.

Diese Schema-Datei ist ebenfalls im XML-Format erstellt, jedoch als XSD (XML Schema Definition)-Datei gespeichert.

In Verbindung mit dem DCC fällt immer wieder das Schlagwort Human Readable. Hierbei handelt es sich lediglich um eine Darstellungsform des DCC, die einfach lesbar und verständlich ist. Der Informationsgehalt der XML-Datei und des Human Readable ist identisch. Das Format, in dem ein Human Readable gespeichert wird, kann frei gewählt werden. Gebräuchlich und weit verbreitet sind das PDF- und HTML-Format. Es können jedoch auch andere Formate verwendet werden.